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Reisetagebuch

Posted by tarikbary - Mai 13, 2008

 

 

 

 

 

 

1. Tag    

 

Berlin, 10.05.2007, 3.30 Uhr

Im Taxi auf dem Weg zum Hotel. Die Stadt war ruhig und die Straßen leer. Selbstverständlich, es war noch sehr früh. Der Taxifahrer, etwa 50, erzählte mir von seinem Leben.  Ursprünglich stammte er aus Schwarzafrika. Er lebte hier seit 5 Jahren. Eigentlich war er Diplomingenieur und besaß eine kleine Firma, musste aber nebenbei als Taxifahrer arbeiten, um das Studium seines Sohnes in London zu finanzieren. Ich erzählte ihm auch von meinem Leben in Kairo. Das Gespräch war interessant. Schnell wurden wir Freunde, duzten einander und sprachen mehr und mehr über private Dinge.

– Denkst du nicht daran, nach Afrika zurückzukehren?, fragte ich.

– Ich vermisse zwar mein Land und meine Familie, aber zurückkehren? Nein! Ich bleibe hier, sagte er entschlossen.

– Warum?

– Das Leben in Berlin gefällt mir besser.

– Was gefällt dir denn so besonders am Leben in Berlin?

– Alles. Die Stadt, die Menschen und das Leben im Allgemeinen.

– Fühlst du dich hier nicht fremd?

– Nein, in einer alten Stadt wie Berlin ist niemand fremd. Die Stadt wurde im 13. Jahrhundert gegründet, sie besteht also schon seit dem Mittelalter.

– Was? seit dem Mittelalter?, fragte ich erstaunt.

– Ja, seit 1244, und seitdem hatte sie eine lange, wechselvolle Geschichte. Von der mittelalterlichen Handelsstadt zur kurfürstlichen Residenzstadt und von der königlichen Hauptstadt zur kaiserlichen Reichshauptstadt. In der Weimarer Republik war sie bereits eine Weltstadt von Ruf. Dann musste sie unter dem Nationalsozialismus leiden, der 1945 hier seine Kapitulation im 2. Weltkrieg unterschreiben musste. Große Teile der Stadt wurden zerstört. Meine Schwiegermutter erzählte mir, sie könne sich noch daran  erinnern, dass in weiten Teilen der Stadt kein hohes Gebäude, kein Baum und kein Tier zu sehen waren. Damals war sie noch ein kleines Kind …

– Entschuldigung, ich muss dich unterbrechen. Wieso deine Schwiegermutter?

– Ach, Verzeihung. Ich habe vergessen, dir zu sagen, dass ich mit einer Deutschen verheiratet bin. Helga heißt sie. Übrigens habe ich es meiner Schwiegermutter zu verdanken, dass ich so viel über Berlin weiß. Sie ist eine mehr als gute Kennerin der Stadt. Sie ist sozusagen eine richtige „Berlinspezialistin“. 

– Ah ja, jetzt ist alles klar. Entschuldige die Unterbrechung. Was hat deine Schwiegermutter noch erzählt?

– Unbeschreibliches. Die Stadt bestand damals fast nur aus Trümmern. Man möchte nicht glauben, dass dies die gleiche Stadt ist, die heute so schön blüht.

– Und wo hat deine Schwiegermutter später dann gelebt, in Ostberlin oder in Westberlin?

– Eigentlich in beiden Teilen der Stadt, aber das ist eine lange Geschichte. Ihr Sohn, damals erst 2 Jahre alt … Ach, sie betrachtet das fast als ein Geheimnis und hat so gut wie nie darüber gesprochen. Ich bin aber sicher, dass sich hinter diesem Schweigen eine menschliche Tragödie verbirgt.

– Eine menschliche Tragödie? Was meinst du damit? Ich verstehe nicht.

Hier bremste er das Auto, lächelte und ich konnte die Schönheit seiner weißen Zähne sehen.

– Wir sind da.

Wie aus einem Traum aufgeschreckt fragte ich:

– Ach, ist das schon der Potsdamer Platz?

– Ja, sagte er.

– OK. Vielen Dank! Das war ein sehr aufschlussreiches Gespräch für mich.

Ich bezahlte.

– Für mich auch. Ich wünsche dir einen schönen Aufenthalt in Berlin. Wenn du etwas brauchst, kannst du mich anrufen. Hier ist meine Handynummer.

Er schrieb die Nummer auf einen Zettel und gab ihn mir.

– Oh, das ist nett von dir. Nochmals vielen Dank. Ich hoffe, wir treffen uns wieder. Sag mal, wie heißt du eigentlich?

– Gabo!

– Gabo! Hmmm! Schöner Name. Ich heißeTarik! Hier ist meine E-Mail-Adresse. Ich hoffe, wir bleiben in Verbindung.

– Ja, das würde mich sehr freuen.

– Gabo, darf ich mit meinem Handy ein Bild von dir machen, damit ich es zu deiner Handynummer hinzufüge?

– Gern, und ich mache mit meinem Handy auch ein Bild von dir, das ich deiner E-Mail-Adresse hinzufüge, wenn du nichts dagegen hast.

– Na klar, kein Problem.

Wir machten die Bilder von einander.

– OK Tarik, auf Wiedersehen.

– Auf Wiedersehen, Gabo.

Ich sah dem Auto nach, bis es verschwunden war. In meinem Kopf hallten immer noch 3 Phrasen nach: Ihr Sohn. 2 Jahre alt. Eine Tragödie. Was könnte das gewesen sein, und warum war es ein Geheimnis? Das fragte ich mich, als auf mein Hotel zuging.

 

2. Tag

11.05.2007

Ich bin heute ziemlich früh aufgestanden, obwohl ich erst sehr spät ins Bett gekommen war. Aber ich wollte gleich als Erstes die Akademie der Künste am Brandenburger Tor besuchen. Ich fuhr mit der S-Bahn der Linie 2 vom Hotel am Potsdamer Platz dorthin. Glücklicherweise war das Wetter sehr schön und sonnig. Die Straßen waren voller Menschen und die Stimmung in der Stadt irgendwie festlich. Bestimmt wurde irgendetwas gefeiert. Die Akademie der Künste hatte ein sehr modernes Gebäude, das überwiegend aus Glas bestand. Eine nette Studentin erkannte, dass ich ein Fremder war und führte mich überall herum. Sie hieß Sabine, war Malerin und studierte Film als Nebenfach. Sie wolle später als Modedesignerin arbeiten, sagte sie, denn von Malerei allein könne man nicht leben.

Wir sprachen über moderne Malerei und sie zeigte mir einige Werke von sich:  Gemälde und Porträts, die mir sehr gut gefielen. Ihr Freund, Heino, studiere Literaturwissenschaft und schreibe Romane, erzählte sie weiter.

Bald kam Heino vorbei. Ich lernte ihn also persönlich kennen und hatte das Gefühl, dass wir viel Gemeinsames hatten. Wir tauschten unsere E-Mail-Adressen aus, und ich lud ihn und Sabine zum Abendessen ein. Um 19.00 Uhr wollten wir uns am Brandenburger Tor treffen.

Sabines bewundernswerte Schönheit und Sanftmut und die Gespräche über Ästhetik und Kunst erfüllten meine Seele mit seltsamen Gefühlen, mit etwas wie Sehnsucht – einer Sehnsucht nach mehr Kunst. Diesen Kunststrom wollte ich nicht unterbrechen. Ich lief Sabine und Heino schnell nach und fragte sie:

– Wo gibt es hier ein Museum? Ich will heute unbedingt ein Museum oder eine Galerie besuchen.

Sabine lächelte und antwortete auf meine naive Frage: Berlin ist eine Kunstmetropole. Hier gibt es 175 Museen. Was suchst du genau?

Normalerweise bin ich nicht so einfallsreich, aber jetzt fiel mir ein, dass die ägyptischen Zeitungen für lange Zeit Reportagen und Interviews mit Verantwortlichen aus beiden Ländern über den Streit zwischen Kairo und Berlin über die weltberühmte Büste der Königin Nofretete veröffentlicht hatten. Ich antwortete:

– Ich suche Nofretete. Ich – ich meine natürlich die Büste der Königin Nofretete.

Sie erkannte sofort meine Verlegenheit und machte einen Spaß daraus, indem sie mir bei der Antwort zuzwinkerte:

– Ja, klar! Du brauchst nur nach dem Alten Museum am Lustgarten 1 zu fragen. Dort bist du auch gleich am richtigen Ort, in Berlin-Mitte.

– Und gibt es dort in der Nähe noch andere Museen?

Hier lächelte sie und sagte, ehe sie mit Heino wegging, kurz:

– Eine ganze Museumsinsel!

„Eine ganze Museumsinsel? Oh mein Gott“, sagte ich mir. Ich erkannte, wie naiv meine Frage gewesen war. Ich erkannte auch, dass man mit einer Stadt wie Berlin anders umgehen muss. Hier muss man sich genau über die Stadt informieren. Die Art und Weise, wie die Ägypter auf ihren Reisen Städte entdecken, nämlich, indem sie sich von Freunden und Bekannten ziemlich  kurz über die Sehenswürdigkeiten unterrichten und sich dann einfach bei einem Stadtbummel überraschen lassen, klappt nicht in Berlin. Zum einen, weil es eine sehr große und disziplinierte Stadt ist und zum anderen, weil Tuchfühlung zu anderen Menschen Zeit braucht, und hier haben die Menschen einfach keine Zeit. Also was tun? Einen Reiseführer kaufen? Nö. Ein Reiseführer würde mich in die alten Zeiten von Schule und Pflichtlektüre zurückversetzen. Er würde mich daran hindern, mit den Menschen zu reden, denn er enthält ja alles, was man braucht, um seinen Weg zu finden: detaillierte Stadtpläne, Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Last-Minute-Tipps usw. Ich aber will Gelegenheit haben, mit Menschen zu sprechen, sie durch kleine Begegnungen kennen zu lernen, indem ich z.B. nach einer Straße frage oder mir einen Tipp geben lasse. 

Das Internet dann? Dieses Wort fiel mir plötzlich wie eine Inspiration ein. Ta-ta-ta … Ein paar Schritte und ich war da in einem Netcafé. Ich googelte ein paar schnelle Minuten und siehe da: Was fand ich unter „Museumsinsel“?

„Zwischen Spree und Kupfergraben liegt die weltberühmte Museumsinsel, deren Gebäude die archäologischen Sammlungen und die Kunst des 19. Jahrhunderts beherbergen… Auf der Insel befinden sich das Alte Museum, die Alte Nationalgalerie, das Bodemuseum, das Museum für Spätantike und Byzantinische Kunst, das Münzkabinett, die Skulpturensammlung und die Kindergalerie. Das Neue Museum wird zur Zeit wieder aufgebaut; dort werden das Ägyptische Museum und das Museum für Vor- und Frühgeschichte Unterkunft finden.“

„Na dann viel Spaß!!“, wünschte ich mir selbst.

 

 

Auf der Insel der Zeit

Für mich ist ein Museum ein Haus, wo die Zeit wohnt. Ein Altenheim der pensionierten Epochen. Nur hier kann man sehen, was die Zeit mit und aus den Menschen macht und diese mit und aus ihr machen. Mensch und Zeit sind die feindlichsten Freunde und die befreundetsten Feinde. Aus dieser paradoxen Beziehung entsteht die heimliche Dynamik, die so oft in den Museen wirkt. Nur im Museum lässt die Zeit sich den Gesetzen des Raums unterwerfen. Und den Gesetzen des Schweigens. Eines Schweigens, das ohne Worte alles verrät.

Ich verbrachte mehrere Stunden auf der Museumsinsel und in ihrer Umgebung. Alle Philosophien der Welt und alle Künste, alle Heldentaten, alle Siege und Freuden und alle Leidensgeschichten der Menschen haben mich angesprochen. Ich wanderte zwischen Zeiten und Raum.  Von der  Nationalgalerie zum Pergamonmuseum und vom Deutschen Historischen Museum zum Berliner Dom und vor allem natürlich besuchte ich das Alte Museum, das Vorderasiatische Museum, das Museum für Islamische Kunst und das Ägyptische Museum, wo ich meine Landsfrau, Königin Nofretete, traf.

 

 

 

 

Ich bin einfach spontan herumgelaufen. Es ist ein unbeschreibliches, wunderbares Gefühl, wenn man ohne Plan ganz einfach dahingeht, wohin es einen zieht und dort in die Zeit eintaucht.

Nach einer kurzen Erholung in einem der vielen Gärten und Parks der grünen Stadt Berlin machte ich mich langsam auf den Weg zum Brandenburger Tor. Ich bin zu Fuß gelaufen. Nur so kann ich von der Stadt viel sehen und erleben. Ich erlebe sozusagen alles live. Durch die Glasscheiben der Busse und Taxis hindurch kann man nicht viel mitbekommen. Ich benutze sie nur notfalls, bei schlechtem  Wetter oder weiten Strecken. Aber den Doppelstockbus möchte ich doch mal probieren. Den haben wir nämlich in Kairo nicht mehr.

Um 18.30 kam ich am Brandenburger Tor an. Es war kurz vor Sonnenuntergang. Die Szene war faszinierend: schönes kühles Wetter, Gelächter von heiteren jungen Leuten, spielende Kinder mit ihren Eltern und vor allem das Brandenburger Tor, das der ganzen Szene ein einmaliges Gepräge verlieh.

 

Zum Abendessen wollten wir etwas Lebendiges erleben. Wir wollten italienisch essen und Musik hören. Sabine schlug das „Sony Center“ vor. Dort war allerhand los.  Jede Menge Cafes, Restaurants und dazu Musik auf der Straße. Es erinnerte mich an die „City Stars Mall“ in Kairo. Globalisierung und Internationalisierung werden bald alle Städte gleich oder zumindest einander ähnlich gemacht haben.

 

Der Abend mit Sabine und Heino verging wie im Fluge. Wir sprachen über Kunst und Literatur, über Politik und Geschichte, aber natürlich auch über den Nahen Osten.  Sabine und Heino berichteten, dass sie gemeinsam einen Dokumentarfilm schreiben und drehen wollten, was ich höchst spannend fand, denn ich hatte das selbst auch mal tun wollen.

Allein auf dem Weg zum Hotel. Ich dachte, ob die Menschen in Berlin mit ihrer Stadt und mit ihrem Leben glücklich sind? Denn es gibt in den westlichen Städten nichts Schlimmeres als Einsamkeit und die Angst vor ihr. Die hohen Gebäude, die gigantischen  Einkaufszentren, die langen und breiten Straßen, die Luxusautos und der hektische Lebensrhythmus verurteilen die Schwachen zur Einsamkeit.

 

 

 

Berlin ist wirklich eine Stadt mit vielen Gesichtern, wie Gabo es genannt hatte. Der Satz erinnerte mich an Gabo – und Gabo erinnerte mich an seine Schwiegermutter und deren Geheimnis. Ein Berliner Geheimnis. War das eine Botschaft? Warum musste ich Gabo treffen? Und warum erzählte er mir die Geschichte seiner Schwiegermutter? War das Zufall? Oder ein Schicksalsauftrag an mich? Ach, diese Art des Denkens! Wie oft habe ich mir gesagt: du solltest deine Mentalität ändern und auf andere Weise denken. Gut, dann rufe ich einfach Gabo an und bitte ihn um ein Treffen. Mit seiner Schwiegermutter. Wenn er ja sagt, dann ist es kein Zufall. Sollte es nicht klappen, dann habe ich wieder falsch gedacht und die Welt wieder falsch verstanden. Wer weiß denn, was hinter den Ereignissen in unserem Leben steht?

          Hallo Gabo. Ich bin Tarik. Wie geht es dir?

          Hiiiiiii Tarik. Wie geht es? Ich wollte dich heute noch anrufen.

          Ja? Warum?

          Als ich meiner Familie von unserer Begegnung erzählte und ihnen dein Bild zeigte, sagte meine Schwiegermutter, dass sie dich gern kennen lernen möchte.

Vor lauter Staunen konnte ich kein Wort sprechen.

          Hallo, Tarik. Bist du noch am Apparat?

          Ja, ja, Gabo. Entschuldigung. Bin noch am Apparat. Gern, ich treffe  mich gern mit euch, aber auch ganz besonders mit deiner Schwiegermutter.

          OK. Alles klar. Dann treffen wir uns morgen um 11.30 am Brandenburger Tor und fahren gleich los zu uns. Passt das?

          Ja, das passt. Passt gut. Sehr gut sogar. Also, dann bis morgen. Unbekannterweise viele Grüße bitte an alle bei dir.

          Danke! Mache ich gern.

          Tschüs!

          Tschüs!

Das Ganze klang wie ein Film. Das Wort Film erinnerte mich an Sabine. Sabine mit den schönen Augen. Als Kind habe ich immer gedacht, wieso gibt es Menschen mit blauen und grünen Augen? Dieses Phänomen hat mich immer wieder überrascht. Bis heute. Wenn ich einen ruhigen Moment habe und schöne blaue Augen sehe, oder mich an solche erinnere wie an die von Sabine, lasse ich mich immer wieder davon überraschen.

 

3. Tag

Ich wartete am Brandenburger Tor auf Gabo, und plötzlich geschah etwas Spannendes: Karneval! „Ach, das ist es, was ich vorher ahnte“, sagte ich mir. Die Stadt feiert einen Karneval. Karneval der Kulturen heißt er. Alles ist so schön bunt. Er ist die Lieblingsparade der Berliner. „Über 500.000 Menschen feiern seit 1995 jedes Jahr zu Pfingsten die bunte Mischung der Stadt“, erfuhr ich später von Gabo.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gabo und ich verbrachten etwa eine Stunde beim Karneval. Danach brachen wir auf zur Familie Gabo. Ich wollte gern Gabos Schwiegermutter sehen und wissen, warum sie mich kennen lernen wollte.

Gabos Schwiegermutter, Frau Schmidt, war eine Frau von über 80, aber immer noch elegant. Ihre feinen Gesichtszüge verrieten, wie schön sie in ihrer Jugend gewesen sein musste. Als sie mich sah, war sie sehr überrascht. Ich verstand nicht, warum. Gabo und seine Frau Helga bemerkten es auch.

Nach dem Mittagsessen sprachen wir über Berlin, und Frau Schmidt erzählte ihre Lebensgeschichte. Gute Erinnerungen und schwere Erinnerungen, von denen sie vorher nie ausführlich gesprochen hatte.

Dann verschwand Frau Schmidt für  eine Weile in ihrem Zimmer und kam mit 2 Fotoalben zurück, einem großen und einem kleinen. Ich sah, wie überrascht Gabo und Helga waren. Sie haben einander angeschaut. Ich verstand, dass Frau Schmidt diese beiden Alben wohl noch nie aus dem Schrank geholt hatte.

Sie öffnete zuerst das große Album und zeigte mir viele Bilder von  Berlin zu verschiedenen Zeiten. Einige Bilder aus der Zeit des Krieges hat sie von ihren Eltern geerbt. Ein Bild zeigte die Ruinen des II. Weltkriegs, der eine einzige Trümmerlandschaft hinterlassen hatte. Frau Schmidt erzählte, dass mehr als 600.000 Wohnungen in der Stadt Berlin zerstört worden waren. Etwa die Hälfte ihrer Einwohner war getötet worden. Außerdem wurde die Stadt in vier Sektoren aufgeteilt und gemeinsam von den Besatzungsmächten – den Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion – verwaltet.

 

 

Frau Schmidt zeigte mir auch ein seltsames Bild von der bekannten Bücherverbrennung zur Nazizeit. Das war für sie, aber auch für mich, genauso schrecklich wie die Ermordung von Menschen.

Da ihr Vater ein Dokumentarfilmemacher war, konnte sie uns seltsame Dokumentar-Stummfilme von Berlin direkt nach dem Krieg zeigen. Ein einziges Elend.

 

 

Frau Schmidt hat Kunst und Geschichte studiert. Sie hat als Berliner Reiseführerin gearbeitet. Daher ihr tiefes Wissen über Berlin.

 

Helga und Gabo erkannten, dass Frau Schmidt bald das große Geheimnis verraten würde. Ich hatte ein ähnliches Gefühl. Keiner von uns aber wusste oder ahnte wieso und warum gerade jetzt.

 

Frau Schmidt schwieg eine Weile. Sie blickte aus dem Fenster in den freien Himmel und es schien, als würde sie bald etwas entscheiden. Wir haben kein Wort gesprochen. Wir warteten alle, was sie sagen würde. Sie starrte mich an und fragte:

          Herr Bary, haben Sie  indische Verwandte, einen Großvater oder eine Großmutter zum Beispiel?

 

Die Frage kam uns allen überraschend vor.

          Nein. Nicht, dass ich wüsste. Ich bin Ägypter. Meine Eltern und Großeltern sind auch Ägypter. Bitte sagen Sie doch einfach Tarik und du zu mir, das ist bei uns in Ägypen so üblich. Aber warum stellen Sie mir diese Frage?

 

Hier streckte Frau Schmidt ihre Hand langsam aber sicher aus und griff das kleine Album. Sie öffnete es. Es war klar zu erkennen, dass sie dies seit Jahrzehnten zum ersten Mal tat. In ihrem Gesicht zuckte es, und in ihren Augen standen zu Stein erstarrte Gefühle und verborgene Schmerzen, die einst Tränen gewesen sein mussten.

 

Auf der ersten Seite stand ein Schwarz-Weiß-Foto eines dunkelhaarigen Mannes. Meine Überraschung war groß. Der Mann sah mir sehr ähnlich. Niemand wusste, wer er war, nicht einmal Helga.

 

Frau Schmidt sagte mit leiser Stimme: „Raja Hakim, ein indischer Arzt. Ich habe damals als Reiseführerin gearbeitet und ihn auf einer Führung durch Berlin getroffen. Wir liebten einander auf den ersten Blick. Bald heirateten wir und lebten zusammen in Ostberlin. Mit ihm habe ich die schönste Zeit meines Lebens verbracht.  Nach wenigen Jahren bekamen wir unser Kind Rahim“.

Dann schaute sie mich an, blickte tief in meine Augen und sagte: „Wenn Rahim heute noch lebte, müsste er dir ähnlich sein“.

 

Helga fragte besorgt: „Ich habe also einen Bruder? Wo ist er? Lebt er noch?“

 

Frau Schmidt zog ihre Lippen nach vorn und gab keine Antwort. Sie sah verzweifelt aus. Sie blätterte durch das Album. Sie zeigte keine Gefühle dabei, oder genauer gesagt, sie hatte sich gefühlsmäßig völlig aus aller Zeit – sowohl der Gegenwart als auch der Vergangenheit – herausgelöst. Daran erkannte ich, wie groß ihr Schmerz gewesen sein muss. Die Bilder zeigten, wie Frau Schmidt glücklich mit ihrem indischen Mann lebte. Dann erreichte sie  eine Seite, wo nur ein Bild von einem kleinen Kind stand. Rahim. Sie nahm das Bild aus dem Album und führte es an ihre Lippen. Mit zitternden Händen drückte sie einen Kuss darauf und schloss dabei ihre Augen. Wir schwiegen. Nach einer Weile öffnete sie ihre Augen und sagte:

„1961 musste Raja für seine Arbeit nach Indien fahren, und sechs Monate dort verbringen. Er bat mich, ihn zu begleiten. Er sollte dort mit einer Gruppe von Fachärzten eine Epidemie, die in einer armen Region ausgebrochen war bekämpfen. Ich befürchtete, dass sich unser kleiner Sohn dort infizieren könnte. Ich bat deshalb meine allein stehende Schwester, mit mir die einzige  Überlebende der ganzen Familie, Rahim während unserer Reise zu betreuen.  Ich kann die Abschiedszene von Rahim bis heute nicht vergessen. Damals war er 2 Jahre alt. Er weinte, als wüsste er, dass er mich nie wieder sehen würde.“

 

Frau Schmidt berührte die Fingerspitzen ihrer rechten Hand mit dem Daumen und fuhr fort: „Beim Abschied streckte Rahim seinen Arm aus, um meine aus dem Fenster des Zuges gestreckte Hand zu fangen. Aber Er konnte nur meine Fingerspitzen berühren. Das ist alles, was er mit seiner kleinen Hand erreichen konnte“

 

Die Szene war so rührend, dass keiner von uns fragen konnte, was danach passiert war. Helga standen schon Tränen in den Augen. Frau Schmidt, die tief in ihre Erinnerungen versunken war, sprach weiter:

 

„Dann berichteten die Zeitungen, dass zwischen Ost-  und Westberlin eine Mauer gebaut wurde. Das hat uns wenig interessiert. Denn wir hatten in Ostberlin gelebt und waren mit dem Leben dort einigermaßen zufrieden gewesen. Ich dachte nur immer wieder an Rahim. Da damals der Postweg von der DDR nach Indien sehr lange dauerte und auch nicht immer sicher war, erhielten wir keine regelmäßigen Nachrichten von meiner Schwester. Ich vermisste Rahim und zählte jeden Tag die Stunden, wann ich ihn wieder sehen würde. Mein Mann war sehr traurig und noch bekümmerter als ich. Er konnte sich nicht mit dieser Mauer abfinden. Er wusste bestimmt etwas, hat es mir aber nicht gesagt. Kurz vor unserer Rückkehr nach Deutschland wurde mein Mann infiziert. Er starb in Indien und wurde dort begraben. Nun, musste ich allein in die  DDR zurückkehren. Als ich erfuhr, dass die Straße, in der ich gewohnt hatte, jetzt zu Westberlin gehörte, habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht. Aber in der Heimat angekommen, musste ich erfahren, dass man nach dem Mauerbau von überallher nach Ostberin einreisen durfte, nur nichtr von Westberlin aus. Und die Gegend, wo meine Schwester wohnte. Lag in Ostberlin. Vergeblich habe ich über lange Jahre hinaus versucht zu erfahren, was mit meiner Schwester oder mit Rahim passiert war. Nach 5 Jahren intensiver Suche habe jede Hoffnung aufgegeben, als ich durch einen reinen Zufall von den Nachbarn meiner Schwester, denen die Flucht nach Westberlin gelungen war, erfuhr, dass sie von der der Staatssicherheit verhaftet worden und dann im Gefängnis gestorben war“.

 

Helga umarmte ihre Mutter, küsste sie und weinte. Die Mutter lächelte und klopfte ihr auf den Rücken. Sie versuchte sie zu beruhigen und sagte:

          das ist nun schon sehr lange her Helga. Jetzt bin ich darüber hinweg.

          Ja, aber du musstest so viel leiden. Wie konntest du das alles überleben?

          Wir haben Schlimmeres überlebt: den Krieg. Das Leben muss weitergehen, Helga.

 

Gabo beruhigte Helga und sagte zu seiner Schwiegermutter:

          Ich habe immer gewusst, dass hinter dir ein großes Geheimnis und eine Tragödie stehen. Ich hätte mir aber nie vorstellen können, dass es so tragisch ist.

Frau Schmidt lächelte krampfhaft und versuchte ein heiteres Gesicht zu machen, als sie sah, wie traurig ihre Geschichte uns alle gemacht hatte. Sie sagte:

          Aber mein Leben hatte dann auch wieder frohe Seiten. Einige Jahre später traf ich einen netten Mann, Joseph Schmidt, deinen Vater, Helga. Wir heirateten, und es gelang ihm, mich aus meiner Trauer herauszuholen. Und jetzt lebe ich glücklich mit dir und deinem Gabo.

 

          „Tarik“, sagte sie. „willst du uns in Berlin besuchen, wenn du das nächste Mal in Deutschland bist? Wir laden dich gern ein. Ich glaube, du verstehst jetzt, warum ich dich unbedingt sehen wollte. Als Gabo uns dein Bild auf seinem Handy zeigte, wollte ich meinen Augen nicht trauen.

 

          Ich verspreche Ihnen, dass ich Sie besuche, so lange ich kann. In dieser kurzen Zeit sind Gabo, Helga und ich gute Freunde geworden.

 

          Das freut mich. Ich will dich auch um etwas bitten.

 

          Ja, gern.

 

          Ruf auch du mich bei meinem Vornamen und nicht Frau Schmidt. Du bist wie ein Sohn für mich.

 

          Gern. Wie heißen Sie mit Vornamen?

 

          Sabine.

 

Ehrlich gesagt, mir wurde richtig schwindlig. Sabine!!! Plötzlich kam mir eine Idee, die mich wie ein Blitz traf. Ich sagte zu Gabo:

          Gabo, könntest du mir einen Gefallen tun?

          Ja, natürlich.

          Ich hätte bitte gern das Bild von Rahim gescannt. Hast du was dagegen, Sabine?

          Nein, sagte sie, aber warum?

          Ich habe in der Akademie für Künste eine junge begabte Studentin, die übrigens auch Sabine heißt, kennen gelernt. Sicherlich kann Sabine mit entwickelter Computersoftware das Bild von Rahim bearbeiten und uns zeigen, wie er heute aussehen würde. Das ist der erste Schritt auf dem Weg zu ihm. Ich denke an eine große Kampagne. Ich glaube, dass wir mit einem begeisterten Filmemacher einen guten Dokumentarfilm über dein Leben machen lassen könnten…

          Ja, über mein Leben und über Berlin, die Stadt meines Glücks und meines Leids. Wenn ich damals in einer anderen Stadt, die nicht geteilt wurde, Leipzig zum Beispiel, gelebt hätte, wäre Rahim heute bei uns.

          Hier musst du ägyptisch denken Sabine. Das nennen wir Schicksal. Wir glauben, dass man gegen das Schicksal nichts ausrichten kann. Alles musste so kommen wie es geschah.

 

Die Idee mit dem Film interessierte Gabo. Er stand auf, blickte schräg zur Decke hinauf und sagte mit großem Enthusiasmus, wobei er den Satz in die Luft schrieb:

          „Die Freuden und Leiden der Sabine Schmidt“

          Gut, sagte ich. Dann müssen wir uns an die Arbeit machen. Ich muss nämlich morgen nach Kairo zurück. Wir können allles per E-Mail und Chat genauso gut organisieren als wäre ich hier.

          Schon morgen, sagte Gabo, ach, wie schade!

          Ja, ich wäre auch gern länger geblieben. Aber wir schicken jetzt gleich das Bild an Sabine und erzählen ihr kurz die Geschichte. Vielleicht kann sie einen Filmemacher von der Akademie für uns gewinnen. Der Rest kommt dann von selbst: Facebook-Kampagne, Fernseh-Interviews und so weiter.

 

Sabine Schmidt betrachtete das Ganze gleichsam wie hinter Glas. Sie zeigte keine Reaktion. Vielleicht hatte sie Angst, auf etwas zu hoffen, das sich nicht erfüllen konnte. Aber ganz tief in ihren Augen sah ich doch einen Hoffnungsschimmer aufglänzen.

 

Von Kairo aus versuchte ich dann, die Sache weiter zu verfolgen. Ab und zu bekam ich kurze Nachrichten von Gabo oder von Sabine und Heino, denen ich nicht entnehmen konnte, wie sich die Sache weiter entwickelt hat. Ich bat auch darum, mir das Computerbild von Rahim zu schicken, habe aber nichts erhalten. 

 

Im März 2008 erhielt ich Post aus Berlin. Es war eine offizielle Einladung zur Uraufführung des Dokumentarfilms „Die Freuden und Leiden der Sabine Schmidt“. Beigefügt war ein netter, kurzer Brief von Sabine und Heino, in dem sie mich noch einmalmal persönlich einluden. Alle Kosten der Reise sollten vom Produzenten getragen werden.  Ich freute mich, dass aus dem Projekt wenigstens ein Kunstwerk entstanden war.

 

 

 

 

Berlin, 10.05.2008

Gabo wollte mir nicht sagen, wohin er mit mir fuhr. Nach etwa 40 Minuten waren wir da: Filmpark Babelsberg. „Eine legendäre Film- und Fernsehproduktionsstätte vor den Toren Berlins“.

 

In einem schönen Garten vor den Studios sah ich Sabine Schmidt, Helga, Sabine und Heino. Das Wiedersehen war rührend. Sabine Schmidt sah mindestens 10 Jahre jünger  aus. Ihr Lächeln sah ganz anders aus, und ihr Lachen klang ganz neu. Diesmal sprang die Freude förmlich aus ihrer Stimme heraus. Sie bewegte sich voller Aktivität und Lebendigkeit, fast wie ein Mädchen von 18 Jahren. Dann wurden wir ins Studio gebeten, um die letzte Szene des Films zu drehen, die ohne mich nicht ginge, wie man mir sagte. Mitten im Studio stand ein relativ großer Mann mit dem Rücken zu uns. Er gab den Mitarbeitern im Studio einige Anweisungen. Sabine rief: „Hallo,  wir sind da!“ Als der Mann sich zu uns umdrehte, sah er mich an, lächelte freudig und kam mit großem Enthusiasmus auf mich zu. Ein Mann meiner Größe und Hautfarbe mit dunklem Haar und breiten Schultern. Er streckte seinen Arm zum Grüßen aus, als er mindestens noch 2 Meter von mir entfernt war. Ich gab ihm die Hand:

          Tarik, sagte ich.

          Rahim

 

Ich stand reglos mit offenem Mund und großen, überraschten Augen, als ich den Namen hörte. Ich sah Sabine Schmitt an. Sie nickte und lächelte. Mit orientalischer Wärme nahm mich der Mann in seine Arme und sagte:

          Vielen, vielen Dank für alles. Es sollte eine Überraschung für Sie werden.

 

Na, das war wirklich gelungen. Noch nie in meinem Leben war ich so froh gewesen. Die Szene wurde live gedreht.

Rahim ist Regisseur und Filmproduzent. Offiziell heißt er aber nicht Rahim, sondern Norbert Prass. Er hatte den Familiennamen der Familie, die ihn bei sich aufgenommen und dann adoptiert hatte, erhalten. Diese Familie wusste absolut nichts über seine Herkunft. Alles, was er damals an diesem regnerischen Abend, als er als einsames weinendes Kind auf der Straße stand,  bei sich trug, war eine kleine fast leere Frauenhandtasche mit einem Brief oder eher einem Testament eines sterbenden Mannes namens Raja. In diesem Brief bat der Mann eine Frau darum, auf seinen kleinen Sohn, den er eventuell nie mehr sehen würde, aufzupassen. Er bat die Frau, das Kind von ihm zu umarmen und zu küssen.

 

Rahim – oder Norbert Prass – arbeitete also als Regisseur und Filmproduzent. Er produzierte allerdings nur Fernsehspots und Dokumentarfilme. Eines Tages sah er sein von Sabine bearbeitetes Bild mit einer Zusammenfassung der Geschichte auf dem Facebook. Von seiner eigentlichen Herkunft wusste er nichts, außer dass er orientalischer Abstammung war. Das kann man, wenn man in sein Gesicht schaut, nicht übersehen. Das einzige, was er von seiner leiblichen Familie noch besaß, war der Brief, den sein Vater damals an seine Tante geschickt hatte. Als er diesen Brief Sabine Schmidt zeigte, erkannte sie ihn sofort wieder.

 

Rahim zögerte keine Sekunde, den Film zu produzieren. Er ließ Heino das Drehbuch schreiben, und Sabine führte Regie. Rahim versprach Sabine, auch ihre nächsten Filme zu produzieren.

 

Rahim ist verheiratet mit einer netten Deutschlehrerin, die ursprünglich aus dem Baltikum stammt. Sie heißt Mirjam. Rahim und Mirjam leben glücklich in Berlin und haben 3 Töchter: Susanna, Natalia, Gisela und einen Sohn Raja.

 

Die nächsten 10 Tage bis zur Uraufführung des Films verbrachten wir alle sehr glücklich. Tagsüber begleitete mich Sabine Schmidt, die ihren Namen  offiziell in Sabine Raja-Schmidt geändert hatte, durch Berlin. Sie beharrte darauf, die Führung durch die Stadt für mich selbst zu übernehmen. Ich konnte nun aus eigener Anschauung erfahren, wie gut sie Berlin kennt und wie sehr sie es liebt. An mehreren Tagen kamen auch Rahim und Mirjam mit, wenn Mirjam gerade keinen Unterricht hatte. Ich hatte das Gefühl, dass Sabine ihre verlorene Freude nachholen wollte. Sie sieht jetzt alles mit ganz neuen Augen. Wir haben den Berliner Dom vom Ende und das Berliner Rathaus aus der frühen 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts besucht, das Bundeskanzleramt mit seinem einmaligen Design, den Fernsehturm  (mit seinen 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands), den Gendarmenmarkt vom Ende des 17. Jahrhunderts, der zu den schönsten Plätzen Europas gehört,  den zoologischen Garten mit seinen 19.000 Tieren und selbstverständlich auch die Museumsinsel.

 

 

Natürlich waren wir auch beim Karneval der Kulturen dabei, der in diesen Tagen gerade wieder gefeiert wurde. Ich verkleidete mich als ägyptischer Bauer, Rahim als deutscher Ritter, Sabine Schmidt als indische Frau, Mirjam als orientalische Frau aus Iran, Gabo als Afrikaner und Helga als deutsche Hofdame. 

 

 

 

 

 

 

Am zehnten Tag war es dann so weit: die große Feier zur Uraufführung des Films fand statt. Es war ein einmaliges Erlebnis.

 

Akademie der Künste, dritte Etage. Ein großer Saal mit langem rotem Teppich in der Mitte und Bildschirm am Ende. Massive Medienpräsenz, großes Publikum, viele Kameras, intensive Beleuchtung. Interviews an allen Ecken und Enden.

 

Vor der Aufführung standen wir alle auf dem Podium:Von links Gabo, Helga, ich, Sabine Schmidt, Rahim, Mirjam, Sabine und Heino.

 

Das war für Sabine Raja-Schmidt der Höhepunkt ihres Lebens. Sie strahlte vor Freude. Bei ihr sieht Freude irgendwie ganz besonders aus. Während wir alle mit dem jubelnden Publikum und den Fotografen, Journalisten und Fernsehkameras beschäftigt waren, wirkte sie wie abwesend. Sie nahm langsam Rahims Hand in die ihre, hob sie  hoch zu sich und berührte seine Fingerspitzen ehe sie sie mit geschlossenen Augen küsste.

 

Ende…

 

 Die 3 Bilder der Berliner Straßen in der Nacht stammen aus eigener Bildersammlung.

Quelle der anderen Bilder und Informationen: http://www.berlin.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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5 Antworten to “Reisetagebuch”

  1. Mirjam said

    Ach, lieber Tarik,
    musst du immer so originell sein?! Und so dichterisch!
    Vom Kursautor ist es nicht so gedacht, aber
    du hast doch deine Regel.Ich muss es ausnahmweise
    akzeptieren. Kannst du darüber bitte in unserem Forum für Themen 3 schreiben.
    Liebe Grüße,
    Mirjam

  2. karlhugues said

    Noch was:
    Bei WebQuest musst du die Zielgruppe, Webrecherche-Links und Aufgaben/Evaluation bestimmen. Bitte.
    K. Mirjam

  3. tarikbary said

    vielen Dank fuer deine Kommentare Mirjam und dein Verstaendnis. Ich kann darueber im Forum noch nichts schreiben, denn ich muss waehrend des Shreibens jeden Tag etwas aendern. Ich berichte gern aber darueber, wenn das ganze Reisetagebuch fertig ist. Ich brauche aber deine Hilfe hinsichtlich Bilder. Ich habe viele Bilder, die ich noch mit dem Reisetagebuch veroeffentlichen moechte. Habe mehrmals versucht, es erscheinen aber keine Bilder auf der Blogseite. Wie geht das?
    Herzlich Tarik

  4. Mirjam said

    Ok, ich schicke dir die Anweisung per e-mail. Viele Tn hatten damit Probleme, so ist die Datei schon sendebereit.
    K.Mirjam

  5. Mirjam said

    Lieber Tarik,
    mit dir zu reisen, ist ein echtes Erlebnis
    oder eher Genuss.
    Dein Kopf ist das Haus, wo die Wörter wohnen.
    Herzlichen Dank,
    eine verkleidete orientalische Frau aus Iran,
    deren Auge noch zu sehen ist 🙂

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